Umweltschutz bei den Vorwerk Elektrowerken

Energie sparen, Naturräume schaffen

Wer die Umwelt schützt, setzt sich für Mensch, Tier und Natur ein. Das kann nicht nur jede einzelne Person, sondern auch ein ganzes Elektrowerk. In Laaken haben wir von Vorwerk unsere Produktion erweitert und ökologischer gestaltet. Entstanden sind energieoptimierte Gebäude für das Motorenwerk, die Verwaltung und das neue Innovation Center. Auch die Flusslandschaft der angrenzenden Wupper wurde aufgewertet.

In Wuppertal-Laaken werden sie gebaut: die Motoren für den Thermomix®, Kobold und Co. An unserem Produktionsstandort ist zwischen 2016 und 2019 einer der größten Umbauten in der Vorwerk Geschichte erfolgt. Der Abriss einer alten Produktionshalle zugunsten einer um 20.000 Quadratmeter erweiterten Produktionsstätte, die zugleich ihre Umgebung, die vorbeifließende Wupper, miteinbezieht. Zum Projekt „Wupper Süd“ gehören auch 14.000 Quadratmeter für Forschungs-, Entwicklungs- und Verwaltungsgebäude. Heute arbeiten in Laaken rund 1.000 Menschen.

Umfassendes Umweltkonzept für Gebäude und Betriebsgelände

Einer, der den Umbau aus nächster Nähe begleitet hat, ist Dr. Wilhelm Floer. Als Leiter Qualitätsmanagement Audit stellt er mit seinem Team sicher, dass alle Vorwerk Produktionsstätten den normativen Anforderungen im Qualitätsmanagement, Umweltmanagement und Energiemanagement gerecht werden. Zudem treibt er als Nachhaltigkeits-Koordinator der Elektrowerke zahlreiche Maßnahmen zum Umweltschutz voran.

„In dem Projekt Wupper Süd haben wir uns frühzeitig mit energetischen und umweltrelevanten Aspekten auseinandergesetzt. Angefangen von der Bodenbeschaffenheit über die eingesetzten Baumaterialien bis zur Gebäudetechnik gab es zahlreiche Handlungsfelder“, erzählt er.

„Wir haben zahlreiche Handlungsfelder für mehr Klimaschutz identifiziert.“

Einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten Heizung, Lüftung und Beleuchtung. Floer und seine Kolleginnen und Kollegen haben erreicht, dass die Abwärme der Maschinen zum Heizen der Büros genutzt wird. Das Innovation Center erhielt zudem eine hocheffiziente Heiz-Kühldecke. Damit sorgt die Deckenfläche für ein angenehmes Klima im Raum.

Für das Motorenwerk wurde eine vierstufige, energiesparsame Kühlungstechnik eingesetzt, für die u. a. die Verdunstungskälte der Raumluft sowie das Wupperwasser genutzt werden. „So deckt die Produktion ihren eigenen Kältebedarf“, erklärt Floer. Beleuchtet werden alle Werkshallen und Büros mit stromsparenden LED-Lampen.

Mit dem Neu- und Umbau der Gebäude änderten sich auch die Zufahrtswege. Die Ein- und Ausfahrten wurden so angelegt, dass sie den Verkehr auf der Straße entlasten. Für Dienstwagen und E-Autos von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Geschäftskunden stehen zudem Ladesäulen bereit.

Renaturierung der Wupper: neuer Lebensraum für Mensch und Tier

Ein besonderes Anliegen der Beteiligten war die Renaturierung der Wupper, die direkt am Betriebsgelände vorbeiführt. In enger Abstimmung mit der Stadt Wuppertal und dem Wupperverband wurden das Flussbett und die Uferbereiche so umgestaltet, dass wieder ein natürlicherer Lebensraum für Tiere und Pflanzen entstanden ist. „Steininseln wurden als Flusshindernisse angelegt, damit die Strömung langsamer wird“, erklärt Wilhelm Floer. Die Wupper war früher schmaler als sie heute ist. „Die natürliche Verbreiterung half nicht nur den Tieren am Fluss, sondern auch dem Menschen, indem sie Hochwasser zurückhält“, sagt er. Eine Simulation des Wupperverbands hat ergeben, dass durch die Renaturierung der Wupper stärkere Hochwasserschäden verhindert werden können.

Vorwerk investierte 400.000 Euro in den natürlichen Lebensraum. Damit konnten 1,1 Kilometer renaturierte Wupper sowie der neue Laaker Teich finanziert werden. „Der alte Laaker Teich hinter unserer Halle B hatte vor den Bauarbeiten eine sehr schlechte Wasserqualität“, berichtet Floer. Da dieser kaum noch zu retten war, wurde in der Nähe ein neuer Teichstandort gefunden. Dieser enthält nun sauberes, frisches Wasser. „Die Lebensbedingungen für Fische, Amphibien und andere Kleinlebewesen haben sich deutlich verbessert“, sagt Floer. „Dies ist sehr schön zu beobachten, wenn man in Laaken ist.“ Im Frühjahr 2021 wurden drei Krötentunnel angelegt, sodass die Amphibien aus der Umgebung unter der Straße hindurch zum Teich und zurückwandern können. Auf der anderen Seite der Wupper ist ein Tunnel für Schlingnattern entstanden. „Die ökologischen Erfolge der Umbauten beobachten wir im Rahmen eines Bio-Monitorings“, erzählt er.

Mit dem neuen Gesicht von Wupper und Laaker Teich ist auch ein Naherholungsgebiet für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Anwohnerinnen und Anwohner entstanden, das zum Verweilen einlädt und sehr geschätzt wird.

„Ab 2022 wird Vorwerk klimaneutral.“

Die nächsten Schritte in Richtung Klimaneutralität

Doch damit nicht genug. Wilhelm Floer und sein Team stehen schon vor dem nächsten Schritt. „Dieser geht in Richtung Klimaneutralität. Ab 2022 werden wir als Teil der Vorwerk Gruppe klimaneutral”, erzählt er. Vorwerk folgt dabei dem Leitsatz „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“.

Floer erklärt: „Wo immer möglich, wollen wir CO2-Emissionen vermeiden oder reduzieren, indem wir zum Beispiel nicht benötigte oder ineffiziente Energieverbraucher abstellen.“ Vor kurzem wurden fünf Maschinen mit effizienteren Antrieben ausgestattet, mit denen die Elektrowerke jetzt 700.000 Kilowattstunden weniger pro Jahr verbrauchen.

Der wichtigste Hebel zur CO2-Vermeidung ist jedoch die Umstellung auf Grünstrom. „Bereits seit 2018 beziehen wir Grünstrom der Stadtwerke Wuppertal“, so Floer. Und bald werden die Elektrowerke eigenen Strom aus erneuerbaren Energien produzieren: Auf der Produktionshalle in Laaken wird in 2022 eine Photovoltaik-Anlage mit ca. 6.000 Quadratmetern Fläche geplant. „Damit können wir ca. fünf Prozent vom Gesamtverbrauch der Elektrowerke selbst herstellen“, führt der Nachhaltigkeitsexperte aus.

An den Stellen, wo es noch nicht gelingt, den CO2-Ausstoß zu senken, werden verbleibende Emissionen über die Vorwerk Gruppe kompensiert. Das betrifft beispielsweise die Fahrzeugflotte, bei der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schrittweise gegen Elektrofahrzeuge ausgetauscht werden.

Weniger Müll, mehr Recycling

Zum Umweltschutz gehört auch, Abfälle zu vermeiden oder zu recyceln. Bei den eingesetzten Kunststoffen gelingt dies schon recht gut. „Anfahrteile beim Spritzgießprozess werden gemahlen und erneut wiederverwendet“, erklärt Floer. Dafür wurde 2020 eine neue Kunststoffmühle angeschafft.

„Wir konnten unsere gesamten Abfälle bereits um 27 Prozent reduzieren.“

Andere Abfälle werden getrennt gesammelt, wenn möglich verwertet oder andernfalls ordnungsgemäß entsorgt. Vorwerk hat seine gesamten Abfälle zwischen 2016 und 2020 um 27 Prozent reduziert. Die Menge der gefährlichen Abfälle ist in dem Zeitraum um fast 60 Prozent zurückgegangen. Die Verwertungsquote lag im Jahr 2020 bei deutlich über 90 Prozent.